Handballboom – Topniveau aus deutschen Provinzen

Handball stellt inzwischen in Deutschland – nach Fußball – die zweitbeliebteste Mannschaftssportart dar. Er gilt als besonders "dynamisch", "unterhaltend" und "attraktiv".

Lange Zeit galt Handball als eine Sportart, die vornehmlich in Provinz-Turnhallen ihren Ort hatte und bei der ein paar Grobiane unter gehörigem körperlichen Einsatz versuchten, eine Kugel vorbei an einem mit Armen und Beinen zappelnden Torwart ins Netz zu befördern, oder – wenn dieses nicht gelingen wollte –, so doch wenigstens, den Zappelphilipp möglichst hart zu treffen. Diese Wahrnehmung hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Nicht mehr als "brutal" und "unmodern" wird der Sport von den Zuschauern eingestuft, so hat es das Kölner Marktforschungsinstitut Sport und Markt im März 2004 herausgefunden, sondern als "dynamisch", "unterhaltend" und "attraktiv".

Handball stellt inzwischen in Deutschland – nach Fußball – die zweitbeliebteste Mannschaftssportart dar, eindrucksvoll abzulesen etwa an den jüngsten Besucherzahlen: Im vergangenen Februar kamen über 19.000 Zuschauer zum Spiel zwischen Gummersbach und Magdeburg, am 12. September 2004 schlug der THW Kiel seinen Konkurrenten aus Ostwestfalen, den TBV Lemgo, vor einer Kulisse von 31.925 Zuschauern. Das ist nicht nur ein Rekord, sondern sogar ein Stück deutsche Handballgeschichte, wie der Spiegel schreibt. Selbstverständlich finden die Begegnungen auch nicht mehr nur in Provinz-Turnhallen statt, sondern zunehmend in den großen Mehrzweckhallen der Republik, wie in der Köln-Arena oder der Arena Auf Schalke.

Die Gründe für den Boom

Doch wie ist dieser Boom zu erklären? – "Die Nationalmannschaft ist der Anker", sagt Frank Bohmann, der seit einem Jahr Geschäftsführer des Ligaverbandes "Handball-Bundesliga" ist. Schließlich stand die Nationalmannschaft zuletzt vier Mal in Folge bei einem großen Turniere im Finale: 2002 wurde sie Vize-Europameister, 2003 Vize-Weltmeister und 2004 Europameister sowie Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Athen. Das Olympische Finale verfolgten 7,79 Millionen deutsche Zuschauer an den Fernsehbildschirmen und erlebten insgesamt bei diesem Turnier eine mitreißende Spielleidenschaft, die zum Beispiel Fußballkonsumenten schon lange nicht mehr gewohnt sind.

Dass die Nationalmannschaft international so erfolgreich ist liegt daran, dass auch auf Vereinsebene der Sport auf sehr hohem Niveau betrieben wird. Das zeigt sich nicht nur darin, dass in keiner zweiten Handball-Liga auch nur annähernd so viele Weltklasse- und Nationalspieler aus aller Herren Länder aktiv sind. Auch sind die deutschen Handball-Clubs aus Provinzstädten wie Lemgo, Magdeburg, Großwallstadt oder Wallau-Massenheim auf europäischer Ebene immer vorne mit dabei. Das hat Auswirkungen auf die Attraktivität des Sportes, der dort seine größte Anziehungskraft auf den Zuschauer entwickelt, wo er nahezu in Perfektion dargeboten wird. Beim Handball heißt das, mit den Worten des Ex-Nationalspielers Stefan Kretzschmar, in einer "Kombination aus Schnelligkeit, Teamsport, Kampf, Technik, Taktik und vielen Toren ...".


Was macht für Sie die Faszination am Handballsport aus?

Hier einige Statistiken und Umfrageergebnisse:

Spannung bis zum Schluß                          76

Gute Laune der Fans                                38

Atmosphäre in den Hallen                         77

Strategische Raffinesse                            42

Schnelligkeit des Sports                           87

(Quelle:Sozioland, alle Werte in Prozent, n= 5.200, Alter 9-49 Jahre)*

Wer sind Handballer? Sind die Zuschauer loyal?

Wie stark ist die Verbundenheit zu Ihrem Verein?

Ich verfolge Handball in den Medien          87

Ich gehe nur manchmal zu Spielen            12

Ich besuche alle Heimspiele                     58

Ich fahre regelmäßig zu Auswärtsspielen    16

Ich bin Mitglied im Verein                        18

Ich bin Mitglied eines Fanclubs                 10

(Quelle Sozioland, alle Werte in Prozent, n= 5.200, Alter 9-49 Jahre)*

Die Identifikation mit dem Verein ist im Handball somit höher als im Fußball. Was würde passieren, wenn 58% aller Vereinsanhänger plötzlich die deutschen Stadien füllen würden? Beim Fußball reicht dem Anhänger oder Zuschauer oftmals die abendliche Zusammenfassung in der Presse, dem Internet oder dem Fernsehen; Handballbegeisterte sind anspruchsvoller. Das Dabeisein nimmt einen sehr hohen Stellenwert ein. Dennoch sind die Handballzuschauer wesentlich pragmatischer veranlagt als z.B. fanatische Fußballfans. Kurz: Stimmung, die wirklich sportlich ist und nicht eskaliert.

Wie wichtig ist der Erfolg Ihrer Mannschaft?

Der Bessere soll gewinnen                                   46

Gewinnen ist nicht alles, der Zusammenhalt zählt   20

Nicht so wichtig                                                 13

Sehr wichtig                                                      16

(Quelle: Sozioland, Alle Werte in %, n= 5.200, Alter: 9-49 Jahre)*

In diesem Umfeld entstehen zwangsläufig für Unternehmen und Privatpersonen Vorteile. Knüpfen Sie Kontakte zu Unternehmen aus der Region oder lernen Sie einfach neue Menschen kennen, die mit Herz und Seele an der Region und am Handballsport hängen.

Velberter Sportvereine mit Handball-Kompetenz

HSG-Velbert-Langenberg  

Turnverein Dalbecksbaum Velbert 1870 e.V.

Nevigeser Turnverein 1862 e.V.

Langenberger Sportgemeinschaft 1861/1906 e.V.